Digitale Texte

Zeitgemäßer Unterricht berücksichtigt den Einfluss digitaler Medien. Insbesondere im Bereich der Leseförderung erfüllen digitale Medien zweierlei Funktionen: Zum einen dienen sie als motivierendes Hilfsmittel auf methodischer Ebene, wenn etwa für literarische Figuren digitale Tagebücher geführt oder Buchtrailer erstellt werden. Zum anderen sind sie konkreter Lerngegenstand, um beispielsweise die kompetente Lektüre von Hypertexten zu schulen.

Nur oberflächlich betrachtet sind Texte in Printmedien und Hypertexte dasselbe. Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass digitale Texte eigene Merkmale mit einem nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Leseprozess haben. Für dieses ganz eigene Lesen benötigen Schülerinnen und Schüler spezifische Lesestrategien.

 

MERKMALE DIGITALER TEXTE

Während gedruckte Texte nur durch Graphiken und/oder Abbildungen ergänzt werden können, bieten Hypertexte multimediale Zugänge durch Tonmaterial, Videos, animierte Graphiken und Links. Dadurch bieten Hypertexte mannigfache Möglichkeiten, den eigenen Leseweg zu gestalten: Die Lektüre des Textes kann durch das Ansehen eines eingebetteten Videos unterbrochen werden. Sie kann aber auch abgebrochen werden, weil einem Link gefolgt wird, der wiederum auf einen neuen Text mit den oben genannten Charakteristiken verweist. Der Leseweg ist dementsprechend nicht zwingend linear wie bei Printtexten, sondern wird durch die Leserin bzw. den Leser immer wieder in eine neue Richtung gelenkt.

Für ungeübte Leserinnen und Leser wird die Freiheit, den Leseweg selber zu gestalten, schnell zur Überforderung. Sie verlieren sich im Dschungel der multimedialen Angebote, ohne ihr Leseziel zu realisieren. Sie brauchen Lesestrategien, die spezifisch auf die funktionale Lektüre von Hypertexten ausgerichtet sind.

Literatur:

Sünkel, Rahel. „Leseförderung mit digitalen Texten.“ In: Grundschule. 2019. Heft 4. S. 37 – 39

Wanning, Berbeli. Lesestrategien für digitale Medien. https://www.degruyter.com/downloadpdf/j/bd.2015.49.issue-9/bd-2015-0109/bd-2015-0109.pdf (Zugriff am 09.08.2019).

 

LESESTRATEGIEN FÜR DIGITALE TEXTE

Voraussetzung für die Einführung und das Trainieren von spezifischen Lesestrategien für digitale Texte ist, dass sowohl die Leseflüssigkeit als auch grundlegende Lesestrategien für Printtexte gefestigt sind. Einige der grundlegenden Strategien sind auch für das verstehende Lesen von Hypertexten unabdingbar, wie z. B. das Vorwissen aktivieren, Fragen an den Text stellen und, ganz besonders, das überfliegende Lesen. Diese Strategien müssen auch im Zusammenhang mit digitalen Texten geübt werden, sodass sie bei allen Leseprozessen automatisch abgerufen werden.

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung: 23.10.2019

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